Ärztliche Untersuchungen
Mit Hilfe eines Bluttests können die Antikörper gegen das Gewebe der Bauchspeicheldrüse oder Insulin nachgewiesen werden, die letztlich dazu führen, dass das Immunsystem die insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Bei positivem Bluttest ist die Wahrscheinlichkeit für einen Typ-1-Diabetes hoch, da 90% der frisch erkrankten Typ-1-Patienten die Antikörper in sich tragen.
Ob Diabetes vorliegt, kann der Internist anhand verschiedener Stoffe im Blut erkennen. Das Hämoglobin A1c (HbA1c) ist der wichtigste Messwert, mit dem der Arzt die durchschnittliche Blutzuckerlage überprüfen kann. Die HbA1c-Messung ist vor allem bei Menschen mit bekanntem Diabetes zur Beurteilung des Behandlungserfolges wichtig (Langzeit-Blutzuckerwert)
Darüber hinaus überprüft der Arzt, ob der Patient unter Begleit- oder Folgeerkrankungen leidet. Deshalb kontrolliert er den arteriellen Blutdruck und misst die verschiedenen Arten des Cholesterins sowie die Blutfettwerte, um Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen frühzeitig erkennen zu können. Außerdem untersucht er, ob bereits diabetische Organschäden an Augen, Niere, Nervensystem oder Blutgefäßen aufgetreten sind.
Bestimmung des Blutzuckers
Diabetes lässt sich durch wiederholte Messungen der Zuckerwerte im Blut feststellen (z. B. Bluttropfen aus der Fingerkuppe oder im Blutplasma einer Vene). Dabei gelten unterschiedliche Grenzwerte, je nachdem ob der Blutzucker in Blutkapillaren oder in einer Vene gemessen wurde und ob sich der Wert auf Vollblut oder Blutplasma bezieht.
Ein Patient mit typischen Krankheitszeichen, wie z. B. gesteigertem Durst oder Gewichtsverlust, leidet unter Diabetes, wenn die Zuckerwerte seinem venösen Plasma
- im nüchternen Zustand im Blutplasma höher als 126 mg% (Vollblut höher als 110 mg%) oder
- im nicht-nüchternen Zustand höher als 200 mg% liegen.
Bei einem Patienten ohne auffällige Diabetessymptome müssen diese Grenzwerte an 2 verschiedenen Tagen überschritten sein oder der orale Glukosetoleranztest muss Glukosewerte über 200 mg% ergeben. Dieser Test wird meist dann eingesetzt, wenn sich die Blutzuckerwerte im Grenzbereich zwischen Normalwert und einer eindeutigen Erhöhung befinden. Mit seiner Hilfe kann der Arzt / Diabetologe entscheiden, ob der Patient eine normale oder krankhafte Glukosetoleranz oder bereits Diabetes aufweist.
Hämoglobin A1c-Bestimmung (HbA1c)
Der HbA1c-Wert reflektiert die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration innerhalb der letzten 2 Monate. Je mehr Zucker im Blut gelöst ist, desto höher ist auch der Anteil von Hämoglobin A1c. Dieser Anteil wird vom HbA1c-Wert in Prozent angegeben und beträgt bei Gesunden in der Regel unter 6%. Diabetes-Patienten sollten weniger als 6,5% zumindest aber weniger als 7,0% HbA1c aufweisen, ansonsten muss die Therapie gesteigert werden. Allerdings reagiert der HbA1c-Wert nur auf hohe Blutzuckerwerte, so dass frühe Diabetesphasen damit nicht erfasst werden und auch bei starken Blutzuckerschwankungen kann der Wert irreführend sein.
Bestimmung des Zuckers im Urin
Zur Früherkennung dienten häufig einfache Urin-Teststäbchen, die die Patienten selbst anwenden konnten. Die typische Verfärbung tritt auf, wenn der überschüssige Blutzucker über die Niere in den Urin abgegeben wird. Da Zucker im Urin jedoch erst ab einem Blutzuckerwer von 160-180 mg% nachweisbar ist, können bereits erhebliche Folgeschäden entstanden sein, bis der Diabetes erkannt wird. Im Alter oder bei diabetischer Nierenschädigung steigt diese Schwelle noch weiter an.
Umgekehrt kann der Urin auch Glukose enthalten, obwohl der Blutzuckergehalt normal ist: Ist die Funktion der Niere gestört, kann sie Zucker nicht mehr aus dem Urin zurückgewinnen (renale Glukosurie).
Heutzutage sind Teststäbchen, die den Zuckergehalt im Urin messen, nicht geeignet für die Früherkennung von Diabetes.
Eiweißbestimmung im Urin
Bei einer diabetesbedingten Schädigung der Niere verliert die Niere ihre Filterfunktion. Dadurch können Eiweißbestandteile, wie z. B. Albumin, aus dem Blut in den Harn gelangen und dort gemessen werden. Da Albumin auch bei Gesunden im Urin vorkommt, gelten erst Werte über 20 Milligramm pro Liter Urin als Anzeichen für eine diabetische Nierenerkrankung (Mikroalbuminurie). Eine Mikroalbuminurie ist jedoch nicht nur bei Diabetes sondern auch bei anderen Erkankungen zu finden, z.B. erhöhtem Blutdruck (Hypertonie).
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