Besonderheiten bei Schwangeren
Dank medizinischer Fortschritte ist es heute auch einer Typ-1-Diabetikerin möglich, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Blutzuckerwert bereits vor der Schwangerschaft gut eingestellt ist und während der gesamten Schwangerschaft weitestgehend im Normalbereich bleibt.
Bei einer Schwangerschaft ändert sich die Stoffwechsellage der Diabetikerin. Ihr Insulinbedarf steigt im Verlauf der Schwangerschaft immer weiter an. Meist benötigen sie dann 5-6 Insulininjektionen im Rahmen ihrer Insulintherapie. Typ-1-Diabetikerinnen sollten den Blutzuckerwert vor und eine Stunde nach den Hauptmahlzeiten selbst kontrollieren, um den Blutzucker im Normalbereich zu halten. Die Blutzuckerwerte sollten nüchtern, d.h. vor den Mahlzeiten < 90 mg% und eine Stunde nach dem Essen < 140 mg% liegen.
Droht eine deutliche Erhöhung der Blutzuckerwerte oder gar ein diabetisches Koma, muss die Schwangere sofort stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Ein diabetisches Koma endet für das Ungeborene häufig tödlich.
Die Überwachung der Schwangeren durch einen Arzt muss während der Schwangerschaft sehr engmaschig erfolgen. Das Kind sollte nach der Geburt intensiv von einem Kinderarzt überwacht werden.
Nach der Geburt sinkt der Insulinbedarf der Mutter. Es kann vorkommen, dass 1-2 Tage lang kein Insulin gespritzt werden darf.